II. Sie wollen heiraten? 12 praktische Dinge zur Vorbereitung



Jedes Fest benötigt sorgfältige Vorbereitung und so natürlich auch Ihre Kirchliche Trauung. Folgende Hinweise sollen Ihnen dabei helfen:



1. „Wir würden gerne heiraten ...“

Wenn Sie sich kirchlich trauen lassen möchten, sollten Sie Ihren Wunschtermin so bald als möglich mit uns abstimmen (noch vor der Buchung des Festsaals). Es gibt immer wieder Wochenenden, an denen aus verschiedensten Gründen Trauungen nicht möglich sind. Informationen erhalten Sie beim Pfarramt.

Dabei sollten Sie auch gleich besondere Konstellationen angeben (z.B. wenn einer von Ihnen geschieden ist, keiner Kirche angehört u.ä.), weil dann manchmal mehrere Schritte (oder Gespräche) notwendig sind. Relativ unproblematisch ist die Trauung von einer/m Evangelischen und einer/m Partner/in, die/der Mitglied in einer der ACK-Kirchen ist. (Informationen, welche Kirchen dazu gehören unter: http://www.oekumene-ack.de)



2. Wann ist keine Kirchliche Trauung möglich?

  • Wenn einer der Brautleute einer nichtchristlichen Religionsgemeinschaft angehört.
  • Wenn keiner der Brautleute Mitglied in einer ACK-Kirche (vgl. Homepage der ACK) ist.

In beiden Fällen kann es einen "Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung" geben (ohne "Ja"-Wort" und Segnung des Ehebundes), wenn mindestens ein Teil der Eheleute regelmäßig Gottesdienste in einer christlichen Kirche oder Kirchlichen Gemeinschaft besucht, den Glauben bekennt oder dort aktiv ist und einen solchen Gottesdienst aus seelsorgerlichen Gründen wünscht. Bitte wenden Sie sich in einem solchen Fall unbedingt sehr frühzeitig ans Pfarramt.

  • Wenn beide Brautleute nicht Mitglied der Evangelischen aber in einer ACK-Kirche sind.

In Absprache mit der/dem zuständigen Pfarrer/in der entsprechenden ACK-Kirche kann in Ausnahmefällen ein "Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung" stattfinden. Bitte wenden Sie sich in einem solchen Fall unbedingt sehr frühzeitig ans Pfarramt.

  • Wenn es sich um ein gleichgeschlechtliches Paarhandelt. In der Württembergischen Landeskirche sind Trauungen homosexueller Paare grundsätzlich nicht möglich.

  • Wenn eine Lebensgemeinschaft vom bürgerlichen Gesetzgeber  nicht anerkannt ist, wie arrangierte Zwangsehen, bi- oder polygamische Lebensgemeinschaften, oder die Verbindung zwischen Geschwistern.


3. Das Traugespräch

Möglichst frühzeitig vor der Trauung sollten Sie ein Gespräch über Ihre Trauung vereinbaren. Dazu sollten (wenn möglich) folgende Dinge bekannt oder vorbereitet sein:

  • Kenntnis Ihrer Tauf- und Konfirmationsdaten (sofern sie nicht bei uns stattfanden).
  • Kenntnis der Grunddaten Ihrer leiblichen Eltern (Name, Geburtstag, aktuelle Adresse).
  • Eine sogenannte "Dispens", falls eine/r von Ihnen römisch-katholisch sein sollte. Diese bekommen Sie auf dem für Sie zuständigen katholischen Pfarramt. Sie kann aber problemlos auch erst nach dem Traugespräch eingeholt werden.
  • Ein sogenanntes "Dimissoriale" falls weder Sie noch Ihr/e Partner/in, noch eines Ihrer Elternteile in unserer Gemeinde wohnen. Sie bekommen es bei dem für Sie zuständigen evangelischen Pfarramt. Es  kann aber auch von Pfarrer Wegner-Denk eingeholt werden.
  • Wenn Sie diese bereits haben: Bescheinigung über die vollzogene standesamtliche Trauung bzw. das "Stammbuch". Diese kann auch am Tag der Trauung nachgereicht werden (z.B. wenn Sie am selben Tag standesamtlich und kirchlich heiraten oder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen).


4. Der Trautext

Sie bekommen bei der Trauung einen Trautext (Bibelwort) zugesprochen, der Sie als Leitspruch für Ihre Ehe durchs Eheleben begleiten soll. Dieser wird in der Trauansprache die zentrale Rolle spielen. Möglich ist zum Beispiel einer Ihrer Konfirmationsdenksprüche, aber auch jeder andere Bibelvers, der Ihnen für Ihre Ehe gut und richtig erscheint.

Beliebt sind: 1. Mo. 2,18; Rut 1,16; Spr. 5,15-19; Spr. 18,22; Mt. 19,4-5; Pred. 3,1-8; Pred. 4,9-12; Hld. 8,6-7a; Eph 5,25-28+33; Kol. 3,13 und natürlich 1. Kor. 13,4-7.

Sie können den Trautext sich auswählen, die Wahl aber auch Pfarrer Wegner-Denk überlassen.



5. Lieder und Musik

A. Liedauswahl
Wie in jedem Gottesdienst soll auch beim Traugottesdienst gemeinsam gesungen werden. Vorgesehen sind drei bis vier "Gemeindelieder". Diese dürfen Sie gerne selbst aussuchen. Sie sollten Ihnen möglichst bekannt sein, damit Sie auch mitsingen können. Bedenken Sie bei der Auswahl auch, wie sich Ihre Hochzeitsgesellschaft zusammensetzt. Auch die Oma freut sich, wenn sie ein oder zwei Lieder mitsingen kann. Ansonsten sind Sie in Ihrer Auswahl frei.

 

Sollten Sie Lieder wünschen, die nicht im Evangelischen Gesangbuch (EG) enthalten sind, stimmen Sie dies bitte frühzeitig mit dem Pfarrer ab und evtl. auch mit der- bzw. demjenigen, der den Gemeindegesang begleiten soll (Organist usw.). Falls Sie kein eigenes Gesangbuch (EG) besitzen, können Sie gerne eines bei uns ausleihen. Pfarrer Wegner-Denk steht Ihnen natürlich auch mit Vorschlägen zur Verfügung.

 

Im Normalfall wird der Gottesdienst von einem der Organisten begleitet, die auch unsere Sonntagsgottesdienste begleiten. Sollten Sie eine/n andere/n Organist/in wünschen, bitten wir Sie diese/n selbst anzufragen und dies möglichst frühzeitig mitzuteilen.

 

B. Sonstige musikalische Beteiligungen

Es gibt dem Gottesdienst einen besonderen, individuell-persönlichen und festlichen Charakter, wenn er in besonderer Weise musikalisch gestaltet wird. Möglich sind z.B. Chöre, klassische Quartette oder Solisten usw.. Ebenso möglich sind natürlich alle Arten von "modernen" Bands oder Solisten oder auch Lieder von CD.

Bitte bedenken Sie bei der Auswahl, dass die Musik zu einer Trauung passen sollte: So ist Eric Claptons "Tears in heaven" z.B. zwar musikalisch wunderschön, aber nicht unbedingt bei einer Trauung geeignet. Falls Sie besondere musikalische Wünsche haben, bringen Sie das bitte im Traugespräch ein oder informieren uns möglichst früh. 



6. Mitwirkung von Verwandten und Freunden im Gottesdienst

Es ist sehr schön und wünschenswert, wenn Verwandte oder Freunde Ihren Gottesdienst mitgestalten. Sie können z.B. das Fürbittengebet sprechen, einen Psalm lesen, die Schriftlesung übernehmen oder sich musikalisch einbringen. Dies sollte aber alles im Vorfeld abgesprochen werden - bis allerspätestens 2 Wochen vor der Trauung.



7. Blumenschmuck und Blumen streuen

Wir bitten Sie den Blumenschmuck für den Altar (Taufstein und Bankreihen auch möglich) in Absprache mit der zuständigen Mesnerin zu organisieren. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie den Blumenschmuck nach Ihrer Trauung (für den nächsten Sonntagsgottesdienst) in der Kirche belassen. Falls eine weitere Trauung an Ihrem Hochzeitstag ist, empfehlen wir, sich mit dem anderen Brautpaar über den Blumenschmuck zu verständigen. Bitte nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit der für Sie zuständigen Mesnerin auf, z.B. für einen Besichtigungstermin mit einer/m Florist/in.

Bäumchen am Haupteingang werden - wenn gewünscht - von Ihnen selbst organisiert. Diese sollten spätestens am darauf folgenden Montag wieder abgebaut sein.

 

Wegen des Sandsteinbodens dürfen in der Kirche in Bickelsberg keine echten Blumen gestreut werden (Flecken gehen nicht mehr raus), künstliche Blumen dagegen sind möglich. Gegen Blumenstreuen vor der Kirche gibt es keine Einwände. Nicht angemessen empfinden wir das Streuen von Reis, da Reis ein Lebensmittel ist. Das sollte man nicht vergeuden!



8. Fotografieren und Filmen

Bitte weisen Sie Ihre Hochzeitsgäste darauf hin, dass während des Gottesdienstes nicht fotografiert werden darf.

Möglich ist dagegen eine Videoaufnahme ohne künstliches Licht von einem festen Platz (Stativ) - z.B. von der Empore aus. Selbstverständlich dürfen die Aufnahmen nur für den privaten Gebrauch verwendet werden.



9. Ringtausch, Liedblatt und Fernsehhochzeit

  • In den letzten Jahren wird es immer häufiger gewünscht, dass die Ehepartner sich bei der Traufeier gegenseitig die Eheringe, welche die lebenslange Bindung sichtbar symbolisieren sollen, anstecken. Wenn Sie dies wünschen, sollten Sie es nach Möglichkeit bereits im Traugespräch äußern. Diesem schönen Brauch kommen wir gerne nach.
  • Liedblätter sind von der Familie selbst zu erstellen. Pfarrer Wegner-Denk stellt Ihnen dafür gerne eine Vorlage zum Kopieren zur Verfügung.
  • Amerikanische Praktiken wie man sie im TV sehen kann, wie z.B. die Brautzuführung durch den Brautvater oder den Kuss nach der Beantwortung der Traufrage, sind zwar filmwirksam, passen aber eigentlich nicht zu einer schwäbischen Hochzeit.
    Übrigens sind sie weit unmoderner als man meint. Die Brautzuführung und "erster Kuss" sind Sitten aus dem antiken Stammesrecht: Das Sippenoberhaupt übergibt die Frau - selbstverständlich erst nach Bezahlung des Brautpreises (weil Frauen als Eigentum betrachtet wurden) - der "neuen" Sippe (dem neuen Eigentümer). Dies entspricht - zu Recht - wohl kaum unserer Vorstellung der Rechtsstellung der Frau.
    In begründeten Fällen (z.B. speziellen Familientraditionen) kann es Ausnahmen geben.
  • Über sonstige besondere Riten aus anderen Kulturräumen, Konfessionen usw. wir können uns im persönlichen Gespräch sicher schnell verständigen.


10. Fürbitte im Gottesdienst VOR der Trauung

Eine kirchliche Trauung ist eine öffentliche Sache, welche die ganze Gemeinde betrifft. Deshalb denkt die Gemeinde in den Gottesdiensten am Sonntag vor Ihrer Trauung in der Fürbitte an Sie. Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein.



11. Trautag

Ob Sie bereits vor der Trauung die ganze Hochzeitsgesellschaft begrüßen oder Photos machen möchten oder erst ganz kurz vor Beginn des Gottesdienstes kommen wollen, ist eine Frage Ihres ganz persönlichen Geschmacks. Sie sollten es aber mit Pfarrer Wegner-Denk absprechen.



12. Kosten und Opfer

Für Pfarrer, Organist und Mesnerin fallen für Sie keine Kosten an. Andere Organist/innen, Bands usw. haben ihre eigenen Regelungen, die sich unserer Kenntnis und unserem Einfluss entziehen. Das sollten Sie individuell in Erfahrung bringen.

 

Wir laden die Festgemeinde ein, am Ausgang ein Opfer in die Opferkästchen einzulegen. Dieses wird in der Regel für Aufgaben der Kirchengemeinde verwendet. Sollten Sie einen anderen Opferzweck (z.B. einen Missionar, den Sie unterstützen o.ä.) wünschen, sprechen Sie diesen Wunsch rechtzeitig an, da er evtl. noch im Kirchengemeinderat besprochen werden muss.