II. 10 praktische Dinge zur Vorbereitung auf eine Taufe



1. Anmeldung

Da Menschen "in eine Gemeinde hinein" getauft werden, sind Taufen nur in öffentlichen Sonntags-Gottesdiensten möglich. Eine Ausnahme ist, wenn in einem Traugottesdienst, ein Kind(er) des Brautpaares getauft werden soll(en).

Ausnahmen, aufgrund ganz besonderer, außergewöhnlicher Lebenssituationen, sind nur in seelsorgerlicher Absprache mit Pfr. Wegner-Denk möglich.

 

Im Normalfall sollten ...

  • ... Kinder mindestens 4-8 Wochen vor dem gewünschten Termin im Pfarramt angemeldet werden. In der Regel taufen wir im "Spätgottesdienst" um 10:15 Uhr. Besondere Konstellationen (z.B. wenn ein Elternteil konfessionslos ist o.ä.) bitte gleich mit angeben.
  • ... sich Erwachsene bitte mindestens 8 Wochen im Voraus anmelden.


2. Taufgespräch

Pfarrer Wegner-Denk vereinbart mit Ihnen ein Taufgespräch, das bei Ihnen zuhause stattfinden kann, auf Wunsch auch im Pfarramt. Dafür sollten Sie ca. eine Stunde Zeit einplanen. Es ist schön und wünschenswert, aber keine Voraussetzung, wenn Pat/innen anwesend sind. Bei Kindern und Säuglingen kann, wo dies möglich ist, Folgendes schon im Voraus besorgt oder bereit gelegt werden:

  • Die "Geburtsurkunde für religiöse Zwecke".
  • Das Stammbuch, sofern Sie eine Eintragung der Taufe wünschen.
  • Wenn möglich, bereits sog. "Patenbescheinigungen" der Pat/innen. Diese stellt das für den/die jeweilige/n Paten/in zuständige Pfarramt aus (bei allen ACK-Kirchen außer "orthodoxen Kirchen" [Infos unter: www.oekumene-ack.de]).
  • Ein Dimissoriale, falls Sie und der Täufling nicht in unserer Gemeinde wohnen. Dieses bekommen Sie auf dem für Sie zuständigen Pfarramt ihres Wohnorts. Dieses kann aber auch - später - von Pfarrer Wegner-Denk eingeholt werden.
  • Falls ein/e Erziehungsberechtigte/r beim Gespräch nicht anwesend sein kann, sollte eine schriftliche Einverständniserklärung vorliegen.


3. Patinnen und Paten

Bei Kindertaufen können bzw. sollten Sie einen oder mehrere Pat/innen berufen (zwei sind üblich). Diese bezeugen in besonderer Weise die Taufe. Ihre Hauptaufgabe aber ist es, Sie bei der christlichen Erziehung Ihres Kindes zu unterstützen und für die Patenkinder zu beten. Erwachsene Täuflinge haben keine Pat/innen.

Das Patenamt ist ein kirchliches Amt, das mit der Konfirmation des Täuflings endet.  Es endet auch, wenn Pat/in aus ihrer/seiner Kirche austritt und konfessionslos wird. Absprachen, wie Sorgerechtsdinge o.ä. sind nicht Teil des kirchlichen Amtes, sondern rein private Absprachen.

  • Minestens ein/e Pat/in muss Mitglied einer Evangelischen Kirche sein, denn Paten sollen ja "christliche Erziehung in evangelischer Ausprägung" unterstützen.
  • Mindestalter ist 14 Jahre ("Religionsmündigkeit") und bei evangelischen Pat/innen auch die "Konfirmation".
  • Sonstige Taufpaten müssen einer der christlichen Kirchen angehören, die in der ACK zusammenarbeiten (Infos unter: www.oekumene-ack.de).
  • Konfessionslose können kein Patenamt übernehmen, sondern nur, wie die übrige, anwesende Gemeinde, die Taufhandlung bezeugen.
  • Sie können zusätzlich besondere Taufzeugen benennen oder welche (vom Pfarrer) vorschlagen lassen (z.B. Kirchengemeinderät/innen).

Häufig wird gefragt: "Was könnten Pat/innen schenken?" Es empfehlen sich Dinge, die einen ersten Schritt in der Unterstützung der Eltern bei der christlichen Erziehung darstellen wie Kinderbibeln, Gebetswürfel, Taufkerze u.ä.



4. Taufspruch

Jeder Täufling bekommt einen Taufspruch (Bibelvers) zugesprochen, der ihn in seinem Christenleben leiten und begleiten soll. Diesen können Sie auswählen. Eine mögliche Auswahl finden Sie hier als Download: Taufsprüche).

"Irische Segenswünsche" oder Liedstrophen sind auch eine schöne Sache, die wir Ihnen oder dem Kind zusätzlich zusprechen können. Aber als Taufspruch sind sie ungeeignet.

Wenn es Ihnen angenehmer ist, sucht auch gerne Pfarrer Wegner-Denk einen Taufspruch aus.



5. Taufe/n im Sonntagsgottesdienst

Getauft wird "in die Gemeinde" also auch in ihrer zentralen Lebensäußerung, dem Gottesdienst und zwar vor der Predigt. Damit haben Sie bei einer Säuglingstaufe die Möglichkeit, den/die Kleine/n danach - ganz ohne Zeitdruck - im Gemeindehaus (Bickelsberg) oder im Gemeindesaal (Britheim) zu beruhigen, stillen oder wickeln, falls dies nötig ist oder er/sie allzu mitteilsam wird.

Hier finden Sie das Grundgerüst des Ablaufs eines Taufteils:

  • Einleitung des Taufteils durch den/die Pfarrer/in.
  • Tauflied
  • Schriftlesungen (Bibelzitate) zur Taufe, auf welche die Gemeinde mit dem gemeinsam gesprochenen "Apostolischen Glaubensbekenntnis" (siehe EG 686) antwortet. Erwachsene Täuflinge sollten es auswendig mitsprechen können und über dessen Sinn informiert sein.
  • Es kann eine Erklärung, Kurzansprache, ein Lied, Musikstück o.ä. folgen
  • Die/der Pfarrer/in bittet die Tauffamilie zum Taufstein oder (bei mehreren Taufen) alle Tauffamilien und Pat/innen aufzustehen. Sie/er fragt Eltern und Pat/innen:

    • "Liebe Eltern und Paten, von der Kirche berufen, frage ich Euch vor Gott und dieser christlichen Gemeinde: Wollt Ihr, dass Euer Kind auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wird? So antwortet: Ja ich will!" Diese antworten "Ja, ich will!"
    • "Seid ihr bereit, das Eure dazu beizutragen, dass Euer Kind als Glied der Gemeinde Jesu Christi erzogen wird? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe!" Antwort der Eltern und Paten: "Ja, mit Gottes Hilfe!"

  • Bei Erwachsenen sind die Tauffragen in Anredeform formuliert: "Willst Du ...?"
  • Danach werden alle Täuflinge mit den Familien und Pat/innen in alphabetischer Reihe zur Taufhandlung direkt zum Taufstein gebeten. Dabei muss Wasser fließen. Bitte beachten Sie dies bei der Auswahl der Kleidung des Täuflings (spezielle Taufkleider sind nicht notwendig, können aber eine schöne Familientradition sein), vor allem aber bei der Gestaltung der Frisur (Blumenkränzchen u.ä.). Zuletzt wird den Täuflingen die Hand aufgelegt und ein besonderer Segen über ihnen ausgesprochen.
  • Es folgt der Zuspruch des Taufspruches.
  • Sind alle Täuflinge getauft sind, werden die Taufkerzen übergeben, entzündet und brennend auf den Taufstein gestellt.
  • Ein Gebet beschließt den Taufteil des Gottesdienstes.

Dieses Grundgerüst soll Ihnen helfen, sich zurecht zu finden. Änderungen und Erweiterungen durch Beiträge aus der Familie usw. sind möglich, müssen aber abgesprochen werden.



6. Beteiligung von Pat/innen, Freunden, Angehörigen, Liedwünsche etc.

Es ist eine sehr schöne Sache und macht den Gottesdienst zu etwas ganz besonderem, wenn sich Pat/innen oder Menschen aus Ihrer Verwandtschaft oder dem Freundeskreis im Taufteil des Gottesdienstes einbringen, z.B. mit einem besonderen Wort an den Täufling, einem Lied oder Musikstück, oder der Beteiligung am Fürbittgebet für den Täufling. Dies muss aber rechtzeitig abgesprochen werden und der Beitrag sollte zu einer Taufe passen. Sollten mehrere Taufen in einem Gottesdienst sein (bis zu vier) und aus allen Familien ein Beitrag gewünscht werden, muss dies mit allen Beteiligten besprochen werden.

 

Zudem können Sie sich ein Tauf- oder Segenslied für den Täufling wünschen, das wir als Gemeinde gemeinsam singen. Bei mehreren Tauf-Familien muss das ebenfalls abgestimmt werden. Ist das gewünschte Lied nicht im Evangelischen Gesangbuch (EG), sollte es so früh wie möglich gewünscht werden, damit wir mit der/m Organist/in abgeklärt können, ob es im Gottesdienst gesungen werden kann, oder ob wir uns dafür nach einer alternativen Begleitung (z.B. Gitarre) umsehen müssen.



7. Taufkerze

Der Täufling soll eine Taufkerze bekommen, die ihn an die eigene Taufe erinnern soll. Wir entzünden diese an der Altarkerze und übergeben Sie mir einem Bibelwort an die Familie. Bei Kindern kann man diese Kerze dann z.B. jährlich am Tauftag entzünden und dem Täufling ihre Bedeutung erklären.

Bitte besorgen Sie diese Kerze selbst. Man kann schöne, verzierte Kerzen in fast allen (christlichen) Buchläden, im Internet usw. erwerben oder eine weiße Kerze selbst verzieren.

Am besten eignen sich dicke Kerzen. Dünne, sehr lange Kerzen haben einen schlechten Stand. Sollten Sie eine solche ausgesucht haben, bitten wir Sie einen geeigneten Kerzenständer zum Gottesdienst mitzubringen.



8. Blumenschmuck

Bei der Taufe soll der Taufstein mit Blumen geschmückt werden. Dies übernehmen im Regelfall unsere Mesnerinnen. Sie können diese Blumen - ggf. die dazu passenden Altarblumen - aber auch selbst nach eigenen Wünschen aussuchen. Dann aber bitten wir Sie die Kosten zu übernehmen und uns den Schmuck - wenn möglich - nach dem Gottesdienst zu überlassen. Bitte setzen Sie sich rechtzeitig mit der je zuständigen Mesnerin in Verbindung.



9. Fotografieren und Filmen

Bitte weisen Sie Ihre Taufgesellschaft darauf hin, dass während des Gottesdienstes nicht fotografiert werden darf. Möglich ist eine Videoaufnahme ohne künstliches Licht von einem festen Platz (Stativ) aus. Selbstverständlich dürfen solche Aufnahmen nur für den privaten Gebrauch verwendet werden.



10. Kosten und Opfer

  • Außer eventuellen Kosten für Blumen fallen keine Kosten für Sie an.
  • Kosten für Chöre, Bands o.ä., die Gagen verlangen usw., sind Privatsache.
  • Sie sind natürlich, wie alle anderen Gottesdienstbesucher, eingeladen am Ende des Gottesdienstes, ein Opfer in die Opferkästchen einzuwerfen, wenn Ihnen danach ist.