Die Kirche von außen und das Außenrum

Fotos: (c) H. Scheich

Gesamtansicht

Obwohl die Kirche durch etliche Umbauten sehr verbaut ist, sind ihr gothischer Grundcharakter und ihre neugothischen Erweiterungen von außen noch unverkennbar. Die Natursteinmauer erinnert daran, dass bis 1852 der Friedhof um die Kirche herum angelegt war. Noch heute nennen ältere Ortsbewohner den heutigen Friedhof auch "Kirchhof". 

 

Seit Ende 1970er Jahre führt die L 415 direkt an der Allerheiligenkirche vorbei.

Foto: (c) H. Scheich

Der Turm

Mit ca. 30 Metern Höhe gehört der Turm, der unerklärlicher Weise im Westen der Kirche steht, zu den eher kleineren Kirchtürmen, obwohl er dadurch über 100 Jahre (bis zum Bau des Wasserturms 1969) der höchste Punkt des gesamten Kleinen Heubergs war, da Brittheim mit 698 Höhenmeter der höchstgelegene Ort ist.
Im unteren Bereich erkennt man den gothischen Ursprung des Turms. Beim Generalumbau 1858-61 wurde er um ein "Stockwerk" erhöht und bekam die neugothische Turmspitze, auf der ein Hahn prangt, der an die "Verlegnung des Petrus" (Mt. 26,69-75) erinnert. 

Foto: (c) H. Scheich

Fenster und Wandnischen

 

 

 

Bei den mehrfach umgebauten und versetzten Fenster wurde der gothische Charakter erhalten.

 

Foto: (c) H. Scheich

 

Dass die Fenster mindestens einmal umgebaut wurden, erkennt man an den verschiedenen, verwendeten Sandsteinarten, besonders beim Rosettenfenster an der Kirchen-Ostseite (Foto: (c) H. Scheich).

Vermutlich gehörte es ursprünglich zum Kirchraum. Falls es je mit buntem Glas ausgstattet oder geplant war, dürfte es ein atemberaubendes Lichtspiel erzeugt haben, wenn beim Frühgottesdienst das Sonnenlicht über die Dächer der Nachbarhäuser herein geleuchtet hätte.

 

 

 

An der Hinterseite der Kirche gibt es in der Außenwand mehrere Wandnischen. Ob es sich dabei um Ädikulen handelt oder sie gar mit Statuetten ausgestattet waren, ist nicht mehr zu recherhieren.

 

Foto: (c) H. Scheich

Der Haupteingang

 

 

 

Beim Generalumbau 1966-68 wurde der Haupteingang der Kirche von der Mitte des Kirchenschiffs in den Turm verlegt und eine Treppe angebaut, die - neben der Treppe im Turm - die Empore erschließt. Allerdings wurde die Türe, die vermutlich den alten Türsturz des ehemaligen Haupteingangs bekam, offenbar nie genutzt.

 

Foto: (c) H. Scheich

Der Gemeindesaal

Den 1966-68 angebauten Gemeindesaal zeigen wir derzeit ganz bewusst nur von außen. Er wurde seit seinem Bau nicht mehr grundlegend renoviert und leidet schon länger unter einem ziemlichen Reformstau, hat z.B. noch ein sehr unzeitgemäßes Plumps-Klo. Dieser Saal gehört zu den größeren, offenen Baustellen, die derzeit vor unserer kleinen - und damit auch nicht sehr finanzstarken - Gemeinde steht.

Foto: (c) H. Scheich

Kriegerdenkmäler

Auf dem Grundstück des Kirchhofs stehen auch die beiden Kriegerdenkmäler von Brittheim: 

Kriegsstehle des 19. Jahrhunderts

 

 

Eher unscheinbar und wenig beachtet, steht im Garten der Kirche diese alte Kriegsstehle, die einem Brittheimer Regiment des 19. Jahrhunderts gewidmet ist und den Gefallenen des Krieges 1870/71.

 

Im Sockel des Denkmals könnte man meinen, auch die Zahl 1815 zu erkennen. Allerdings sind alle Sandsteinschriften fast komplett abgewittert und die Reinigung des Denkmals 2013 konnte sie nicht wieder zum Vorschein bringen. Die Kommune plant die Schriften wieder restaurieren zu lassen.

 

Foto: (c) H. Scheich

Kriegsdenkmal der Weltkriege

Foto: (c) H. Scheich

Das 1958 von Bildhauer Willi Müller (1903-1981) aus Schwenningen geschaffene Denkmal gedenkt der Gefallen beider Weltkriege. Es ersetzte die hölzerne Gedenktafel des Ersten Weltkriegs, die vorher in der Kirche war.

Leider steht das Denkmal inzwischen direkt an der Durchgangsstraße und ist damit nicht nur der Witterung, sondern auch Abgasen etc. ausgesetzt. Sehr schnell verdrecken die Steintafeln und die Schriften müssen dringend durch die Kommune restauriert werden.

Kriegerdenkmal 1918

 

 

Das Besondere am neuen Denkmal ist, dass sich die Kirchengemeinde finanziell beteiligte, um den markanten Frontstein zu ermöglichen, der das Gesamtensemble dominiert. Er zeigt Jesus, der aus dem Grab aufersteht. Gott ist stärker als das Leid. Der Tod ist besiegt! Die Gefallenentafeln sind so ausgerichtet, dass die Namen zum Auferstandenen blicken.

Auf der Rückseite der Tafeln steht jeweils ein Bibelvers:

  • Joh. 14,19: "Ich lebe und Ihr sollt auch leben"
  • Am. 5,4: "Suchet mich und Ihr werdet leben"