"Georgskirche" Bickelsberg

Foto: Archiv

Auf diesen Unterseiten finden Sie Beschreibungen unserer 1746 im Stil des "Bauernbarock" erbauten Kirche, ihrer Besonderheiten innen und außen, sowie der Glocken.
Eine einfühlsame, kurze
Geschichte unserer Kirche finden Sie im Artikel von Hermine Kipp: "Im Herzen des Dorfes"

 

Falls Sie noch weitere Informationen zu unserer Allerheiligenkirche haben, wenden Sie sich bitte ans Pfarramt. Wir freuen uns über jeden stichhaltigen Hinweis und arbeiten ihn dann gern in unsere Internetpräsenz ein.
So fehlt uns z.B. jeglicher Hinweis, warum der Turm im "Westen" steht, statt im "Osten".

Kleine Kirchen-Geschichte

Holzschnitt: Archiv

Bickelsberg (782 erstmals erwähnt als Buchilerperc, Schenkung eines Herren Otger ans Kloster St. Gallen)  hatte anfangs wohl keine eigene Kirche. Das Kloster siedelte v.a. Eremiten des Hl. Franziskus an, die kirchlich offenbar vom Nachbarort Leidringen (mit-)versorgt wurden.

 

Das Kloster Dinghof Leidringen übte, als es später zum Kloster St. Georgen gehörte, auch die Ortsherrschaft über das kleine Dorf aus, das im 16. Jahrhundert 17 Gebäude umfasste. Das führte wahrscheinlich zur Namensgebung der 1322 erstmals urkundlich genannten (aber wohl schon eine ganze Zeit bestehenden) Georgskapelle. In dieser Zeit wurde Bickelsberg auch zur Kaplanei, 1505 zur Pfarrei.

Nach der Reformation 1535 wurden 1542/45 die Pfarreien Brittheim und Bickelsberg vereinigt (Pfarrsitz Bickelsberg).

 

Es ist nur ein unbestätigtes Gerücht, dass das Kirchenschiff der alten Georgskapelle oder ihrer Nachfolgerkirche abbrannte. Ziemlich sicher aber ist, dass der heute noch bestehende Kirchturm (mit romanischen Elementen) in seinem Grundbestand zu einem Gebäude gehört haben dürfte, das bereits im Mittelalter bestand.

 

Das heutige Kirchenschiff - im Stil des "Bauernbarock" - wurde 1746 erbaut und hat sich seit damals auch kaum verändert.

 

Es hat ca. 500 Plätze (ca. 450 Sitzplätze), wodurch die Georgskirche die größte Kirche auf dem "Kleinen Heuberg" ist. Sie sollte damals alle Bewohner/innen der Pfarrei (Bickelsberg/Brittheim) fassen, um so die Brittheimer Allerheiligenkirche "mit der Zeit" überflüssig zu machen. Diese Idee scheiterte aber an unterschiedlicher Mentalität und Lokalpatriotismus der Ortschaften.

 

Mitte der 1950er Jahre wurde die Kirche generalsaniert. Mit feuchtem Brot(!), das im ganzen Dorf eigens dafür gebacken wurde, wurden sorgsam die Malereien vom Ruß der beiden Holzöfen befreit. Man wollte, soweit möglich (und technisch sinnvoll), den Urspungszustand der Kirche erhalten und wiederherstellen. Im Zuge der Umbaumaßnahmen (ca. 1958) kam auch das "neue", bis heute nicht unumstrittene, Kriegerdenkmal mit dem riesigen Erzengel Michael ins Kirchenschiff.

 

2006 wurde die Kirche zuletzt saniert. Auch dabei wurde (v.a. vom Landesdenkmalamt) großer Wert darauf gelegt, dass möglichst viel vom Urspungszusstand erhalten blieb, was bei Kirchenbesucher/innen v.a. bezüglich des Komforts der Kirchenbänke öfter für Unmut sorgt.