Martinskirche

Die inmitten des ummauerten Friedhofs gelegene evangelische Martinskirche Isingen stellt eine der schönsten und wertvollsten spätgotischen Dorfkirchen im Gebiet des Zollernalbkreises dar. Ihre Entstehung ist auf das siebte, spätestens anzusetzen.

 

1140 ist erstmals von einer Steinkirche im romanischen Baustil die Rede, deren Reste in der heutigen Kirche noch deutlich zu erkennen sind. In der Folgezeit wurde bis ins fünfzehnte Jahrhundert hinein umgebaut. Seit dem Abschluss dieser gotischen Bauphase 1451 wurde die Kirche so gut wie nicht mehr verändert.

 

Aus dieser Zeit stammen die drei Glocken (1370, 1448, 1451), der Kanzelstock, das grazile Chornetzgewölbe sowie die schönen Maßwerkfenster des Meisters Hans Seeburger. Der Taufstein ist auf das Jahr 1516 datiert; etwa zur selben Zeit entstand die kunstgeschichtlich bedeutsame Holzfelderdecke des Langhauses. Sie ist mit geometrischen Mustern, teilweise von pflanzlichen Vorbildern abgeleitet, und Fabelwesen bemalt.

 

An der Emporenbrüstung befindet sich ein gemaltes Epitaph aus dem Jahre 1636. Die Orgel wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts unter Verwendung historischen Pfeifenmaterials von Firma Link (Gingen/Brenz) erbaut und 1949 umgestaltet.

 


Kirche und Dorf hatten vor allem im Mittelalter eine zentrale, herrschende Position: die Herren von Isingen beherrschten den kleinen Heuberg. So wurde vermutlich selbst die Stadt Rosenfeld, die heutige "Perle des kleinen Heubergs", vom Isinger Ortsadel als Höhenburg gegründet.

 

Besondere Beachtung verdient die Tatsache, dass Rosenfeld bis zur Reformation von Isingen kirchlich als Filialgemeinde betreut wurde. Von dieser wichtigen Rolle, die Isingen in alten Zeiten spielte, ist uns noch eine kleine Ahnung in den Mauern der Martinskirche erhalten geblieben.

 

In ihrer ergreifenden Schlichtheit spricht sie aus den vergangenen Jahrhunderten und verkörpert etwas von dem, war wir Heimat nennen.