Die Betglocke vorne (1411/40) und Kreuzglocke hinten (1568) Foto A. Strelau

Zeichenglocke

Buch: Geschichten rund um die Leidringer Glocken

Leidringer Glocken

 

Geschichte:

 

Im Glockenstuhl der Peterskirche Leidringen hängt nun schon seit Jahrhunderten-ein ganz besonderer historischer Schatz.

 

Die größte Leidringer Glocke – die Betglocke - wurde im Jahre 1411/1440 in der Gießhütte Klain in Rottweil gegossen. Ihr Klang ist von großer Strahlkraft und hervorragender Resonanz. Sie ist unbezeichnet, aber eindeutig den Gießern Klain, Rottweil zugeordnet.

 

Da war die kleinste Leidringer Glocke – unsere Taufglocke - bereits mehr als 100 Jahre alt. Der Rottweiler Glockengießer Hainrich der Glogner hat diese Glocke im Jahre 1300 gegossen. Diese Glocke gehört zu den ältesten Glocken unseres Landes. Zudem ist sie die einzige Glocke, auf der Hainrich der Glogner seinen Namen vermerkt hat. Nur dadurch konnten auch andere Glocken (z.B. in Rotenzimmern) diesem Glockengießer zugeordnet werden.

 

Die jüngste der Leidringer historischen Glocken ist schließlich die Kreuz- und Schiedglocke von 1568. Sie ist somit eine Renaissanceglocke. So werden die Glocken bezeichnet, die zwischen ca. 1530 und 1630 entstanden sind. Sie nennt ihren Gießer, Friedrich Kesler in Stuttgart.

 

Nachfolgende Übersicht zeigt die Daten des alten historische Leidringer Geläuts, das bis 2008 im Kirchturm hing, ergänzt um die Zeichenglocke im Jahr 2008.

 

 

 

Betglocke

Kreuzglocke

Taufglocke

Zeichenglocke

Nominal

gis´-2

ais´-5

eis´´+5/16

cis´´+2

Durchmesser

103,5 cm

89 cm

67 cm

76,7 cm

Gewicht

ca. 700 kg

435 kg

ca. 210 kg

297 kg

Gussjahr

1411/1440

1568

um 1300

2008

Gießer

Gießhütte Klain, Rottweil

Friedrich Kesler, Stuttgart

Hainrich,

der Glogner

Bachert, Karlsruhe

 

Von der ersten bis zur dritten Glocke haben die Leidringer ca. alle 100 Jahre eine neue Glocke angeschafft. Bis das Geläut jedoch vollständig vom Leidringer Kirchturm erklingen konnte, mussten weitere 440 Jahre ins Land ziehen, ehe die schon länger vorgeschlagene Erweiterung im Jahre 2008 realisiert werden konnte.

 

Das „leere“ Intervall der drei alten Glocken konnte mit der neu bei der Fa. Bachert, Karlsruhe, gegossenen Zeichenglocke aufgefüllt werden.

 

In diesem Zusammenhang beschloss der KGR eine neue Läutordnung (zum Download am Ende der Seite).

 

Näheres über die Funktion, Innschriften und theologische Zuordnung der Glocken in der Glockenübersicht (zum Download am Ende der Seite).