Peterskirche Leidringen

 

 

Geschichte

 

Die Peterskirche steht auf einer Erhebung an der alten Römerstraße Rottweil-Rothenburg. Sie wurde ca. 1150 n. Chr. auf Resten einer römischen Villa errichtet – als sichtbares Zeichen davon, befindet sich heute noch ein Säulenfragment im vorderen Kirchenschiff.

Die Kirche liegt inmitten eines ummauerten Kirchhofs mit Spitzbogenportal und präsentiert sich im Wesentlichen als eine spätgotische Chorturmkirche.

Der Chorraum mit spätgotischem Netzgewölbe „gehört zum Besten, was die Spätgotik im Kreis zu bieten hat“ (Ingrid Helber).

In diese Stilphase gehört auch der Taufstein.

Zudem besitzt die Kirche eine interessante nachreformatorische Kirchenausgestaltung, wie z.B. die gut erhaltenen Wandmalereien aus der Renaissancezeit, das barocke dreisitzige Gestühl (für ersten Richter, Vogt und Schulmeister), sowie die Chororgel mit dem Rokoko-Prospekt aus dem Jahr 1789.

 

Nähere Infos liegen in unserer auch für den Alltag geöffneten Kirche aus. Herzliche Einladung!

 

 

Geöffnete Kirche

 

Seit einiger Zeit lädt unsere Peterskirche von Palmsonntag bis in den Oktober auch an Werktagen zu Gebet und Einkehr ein.

Die ortsansässige Künstlerin Andrea Sautter hat hierfür im Seitenbereich ein ansprechendes Andachtsbild gestaltet. Gern dürfen Sie die davorstehende Kerze anzünden und zur Ruhe kommen. Ein meditativer Text liegt aus und kann mitgenommen werden.

Auf dem Tisch liegen auch kleine Gebetszettel aus. Sie können „ans Kreuz geheftet“ – und damit ganz sinnbildlich Jesus Christus übergeben und anvertraut werden, der uns als Fürsprecher bei Gott vertritt und für uns einsteht.

 

Öffnungszeiten:

Palmsonntag bis Kirbe (Mitte Okt.):

Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr   
Montag Ruhetag

 

 

 

Schädelbruch-Margret Bruch

„Das Wunder von Leidringen“

 

Um 1503 traten an dem 15-jährigen Leidringer Bauersmädchen Margret Bruch Wundmale Christi auf – Blutspuren der Wunden, wie Jesus sie am Kopf, an Händen Füßen und an der Seite erlitten hatte. Diese sogenannte Stigmatisierung erregte großes Aufsehen. Es kamen Menschen zu Tausenden, um das Wunder zu sehen und anzubeten.

Das Mädchen litt große Schmerzen, starb bald und wurde in der Kirche begraben – allein das weist auf ihre Bedeutung hin. Die Wallfahrt aber ging weiter – zu ihrem Grab. Sie ermöglichte es, die Kirche zu erweitern und mit dem außergewöhnlichen Netzgewölbe im Chorraum auszuschmücken (um 1510 durch den Straßburger Münsterbaumeister Hans Hammer).

Der zeitgenössische Dichter Gallieni aus Entringen hat 1503 ein Flugblatt erstellt (siehe Seitenende), das 1927 zufällig durch Dr. Pauls Schmid aus Rosenfeld in der Pariser Nationalbibliothek entdeckt wurde.

Bei Grabarbeiten in der Kirche stießen die Arbeiter in den 50´er Jahren auf einen unzerstörten Mädchenschädel (siehe obiges Bild), neben dem zwei gut erhaltene sorgsam geflochtene hellblonde „Ährenzöpfe“ lagen – hochwahrscheinlich die „Stigmatisierte von Leidringen. Schädelbild

Flugblatt

Flugblatt